berlin _ 747 _ WanderndeWebWerkstatt

Das KUKUmobil.

Da braut sich was zusammen. Fühlt sich gut an.

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berlin _ 746 _ textil

Gestern haben wir den Webstuhl im Atelier aufgestellt. Eingeübtes Team, 20 Minuten Arbeit.

Am Ende ist dieses Drei-Generationen-Bild entstanden. Das ist mir allerdings erst richtig bewußt geworden, als ich es später auf dem Bildschirm angeschaut habe.

Die Gegenwart im Vordergrund, in der ich immer noch energetisch verwoben bin. Auf dem Boden die Vergangenheit, eine der Webvorlagen zu meiner nun vorletzten Arbeit, mit der ich fast dreißig Jahre Lebenserfahrung in Spanien beendet habe, und hinten an der Wand der „Brückenbauer zwischen den Welten“, begonnen zu Beginn dieses Millenniums und geduldig auf seine Weiterführung in der Zukunft harrend.

Schicksalsfäden, Fäden die Räume und Zeiten, Erinnerungen und Erwartungen miteinander verknüpfen. Fäden halt. Bunt, widerstandsfähig, noch geduldiger als Papier.

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berlin _ 58

Immer wieder gerne. Schön hier zu sein.

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berlin _ 745 _ residenzgespräch

Danke, Katalin, für die schönen Fotos, die eine kleine „vorzeigbare“ Erinnerung bleiben werden an diesen wunderbaren Tag. Ich habe ihn sehr genossen und hoffe, dass es all denjenigen, die ihr euch die Zeit genommen habt, um dabei zu sein, ähnlich geht.

Es hat Spass gemacht, euch etwas von meiner Arbeitsweise zu erzählen, meinen Blick auf die Welt eine kurze Zeit mit euch zu teilen, die ein oder andere Anekdote zum Besten zu geben und euch hier und dort auch in die Tiefen meiner Seelenlandschaft mitzunehmen.

Danke Mariam, für deine Kunst des Lesens. Deine Stimme hat sich so wunderbar eingefügt in meine Erzählung, als wenn wir es in tiefer Vertrautheit schon seit Ewigkeiten so tun würden.

Im Winter, wenn die Natur zur Ruhe kommt und uns allen vielleicht auch der Sinn danach steht, etwas zu entschleunigen, werde ich euch einladen, meine Liebe zur Kunst der Bildwirkerei auch in der Praxis zu teilen.

Eure Worte, die gesprochenen, die geschriebenen und die gedachten, soweit ich sie nachempfinden kann, werde ich mit mir nehmen auf die Reise, sie werden mir das Lembas sein in Zeiten der Dürre, und immer wieder Ansporn weiter zu wirken, zu erzählen, Leben zu weben.

Wir sehen uns wieder. Irgendwo. Irgendwann. Irgendwie finden wir Wege. Die Fäden, die wir gesponnen haben, werden uns auch dann verbinden, wenn das Leben uns an unterschiedliche Orte führt.

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berlin _ 744 _ künstlerresidenz in der KMH

So, der nächste Schritt ist getan: der Webstuhl wurde abgebaut. In wenigen tagen findet er ein neues Heim in Alt Mariendorf.

DANKE allen helfenden Händen. DANKE Marco, Christine, Gudrun, Holger und Manfred… und Katalin hinter der Kamera.

Das hat etwas von Endgültigkeit. Mag es gelten als vorläufiges Ende.Man weiss ja nie…..

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berlin _ 743 _ frei

Wie intensiv die Weberei mein Leben in den vergangenen Monaten bestimmt hat, war mir schon klar. Schließlich war es eine bewusste Entscheidung gewesen.

Wie der Weg heraus aus diesem kleinen Kosmos sein wird, das kann niemand, auch ich nicht vorhersehen. Wie bei einer Geburt. Alle hoffen, dass es gut gehen möge, alle Vorbereitungen werden getroffen, Energie wird gesammelt, der Geist ist wach, der Körper gespannt. Freier Fall oder freier Flug, alles ist möglich, alles habe ich schon erlebt.

In einem tiefen Vertrauen auf die eigene Intuition versuche ich nicht zu viel zu planen, lass mich von mir selbst an die Hand nehmen. Wer, wenn nicht ich selbst, um zu wissen, wo und wie es weitergehen soll. Wer, wenn nicht diese Stimme in mir, die leise, sanft, und doch so überzeugend davon erzählt, wie es war, wie es ist und wie es sein wird, wenn die Seele sich frei macht, aus dem Gewebe, das sie getragen hat.

Der rote Faden.

Und das Anknüpfen an gute, alte Gewohnheiten hilft auf diesem Weg einen Schritt weiter zu gehen. Ein kleines Ritual, zum Ende, für die fleißigen Hände:

Kneipp-Station im Britzer Garten.

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berlin _ 742 _ textil

Wieder etwas dazu gelernt. Heute im Radio:


Die Berliner entdeckten Lichtenberg um 1800. Am Sonntag zogen sie, die Handwerksmeister und kleinen Beamten per Kremser, die einfachen Leute meist zu Fuß, durch Kornfelder über die Frankfurter oder Landsberger Chaussee nach dem kleinen Dorf, wo die Bauern plattdeutsch sprachen und man „eine halbe Meile von Berlin sich schon mitten in die Altmark, die Prignitz versetzt glaubte“, wie der Schriftsteller Karl Gutzkow in seinen Jugenderinnerungen schrieb. Dort wurde im Garten eines Bauernhauses das mitgebrachte Picknick verzehrt. Einmal im Jahr, wenn die Berliner Tuchmacherinnung ihr „Mottenfest“ feierte, verwandelte sich der Lichtenberger Dorfanger, der heutige Loeperplatz, in eine Festwiese. Bierzelte und Schaubuden säumten den Platz, bis in die Nacht gab es Musik und Tanz im Freien. Etwa 80 Jahre lang gehörte das Mottenfest, ähnlich wie der Stralauer Fischzug, zu den großen Berliner Volksfesten.

Zum Ende des Ateliergesprächs habe ich noch einmal auf mein Lavendelblütensäckchen geklopft, um eine letzte olfaktive Spur zu hinterlassen.

Foto copyright über wikipedia

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berlin _ 741 _ textil

Es wird allerhöchste Zeit, dass ihr ihn endlich mal GANZ sehen könnt. Da hängt sie nun, meine gewirkte Berlin-Chronik der letzten beiden Jahre, bunt und leise und laut und schön, wie ich Berlin erlebt habe. Manchmal etwas „zu“ von Vielem, manchmal etwas „viel“ von dem, was mein Leben in der Großstadt und mein Wirken in der KMH in meiner Wahrnehmung ausgemacht hat.

Heute ist der letzte Tag. Morgen wandert der Webstuhl in mein eigentliches Atelier. Auch dorthin seit ihr herzlich eingeladen, wenn ihr weiterhin meinen Spuren folgen wollt.

Zwischen den Welten, hier und dort, auf dem Sprung, werden in mir gerade Erinnerungen wach an das letzte Mal, dass ich _ noch in Spanien, aber auch schon bereit für einen noch viel größeren Sprung_ eine Bildwirkerei gemeinsam mit mir lieb gewordenen Menschen aus dem Webstuhl genommen habe, nach einer ebenso intensiven Zeit des Arbeitens, wenn auch unter ganz anderen Voraussetzungen.

Ich bin seht gespannt, wann und wo und mit wem ich den kommenden Teppich abschneiden werde. Denn einen „Kommenden“ wird es geben, der Keim ist schon gelegt. Er wird auskommen mit wenig Erde und aus den Luftwurzeln seine Nahrung zeihen, aufnehmen, was an jedem Ort für ihn bereit liegt.

Ich bin sehr gespannt. Hier noch einmal die Erinnerung an jene, die sich spontan heute Abend noch in der KMH zum Werkstattgespräch dazugesellen wollen. Es beginnt um 19 Uhr.

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berlin _ 740 _ zwischen den welten

Mariam hat mich bei der Teppichabnahme über die ZEIT reden hören, wie könnte es auch anders sein. Ist es doch eins meiner Leitmotive, im Leben und im Weben.

Sie hat sich an ein Gebet erinnert und mir versprochen, es das nächste Mal mitzubringen. Heute ist „das nächste Mal“, ich sitze in der KulturMarktHalle und in einer knappen halben Stunde wird Mariam mit ihren beiden Kolleginnen Celina und Alicja auf der Bühne stehen und “ Szenario für drei Schauspielerinnen“ spielen.

Ein wunderbarer Text aus dem Buch „Wie wir beten können“ von Jörg Zink:

Herr meiner Stunden und meiner Jahre,
du hast mir viel Zeit gegeben.
Sie liegt hinter mir
und sie liegt vor mir.
Sie war mein und sie wird mein,
und ich habe sie von dir.
Ich danke dir für jeden Schlag der Uhr
und für jeden Morgen, den ich sehe.

Ich bitte dich nicht, mir mehr Zeit zu geben.
Ich bitte dich aber um viel Gelassenheit,
jede Stunde zu füllen.

Ich bitte dich, dass ich ein wenig dieser Zeit
freihalten darf von Befehl und Pflicht,
ein wenig für Stille,
ein wenig für das Spiel,
ein wenig für die Menschen am Rande meines Lebens,
die einen Tröster brauchen.

Ich bitte dich um Sorgfalt,
dass ich meine Zeit nicht töte,
nicht vertreibe, nicht verderbe.
Jede Stunde ist ein Streifen Land.
Ich möchte ihn aufreißen mit dem Pflug,
ich möchte Liebe hineinwerfen,
Gedanken und Gespräche,
damit Frucht wächst.
Segne du meinen Tag.

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berlin _739 _ textil

Am 4.07.2021 haben wir gemeinsam eine Bildwirkerei aus dem Webstuhl genommen und in die Unabhängigkeit entlassen, die in eineinhalb Jahren intensiver Arbeit entstanden ist.

Aus dem Publikum vor Ort, aber auch als Antwort auf das Video kamen viele Fragen zu der Technik der Bildwirkerei ganz allgemein, den Inhalten dieses Werks, der Künstlerresidenz und der WanderndenWebWerkstatt als neuem Projekt für die Zukunft.

Ich war an diesem Tag so übervoll an Freude, Glück, Aufregung und Erschöpfung _wie das halt so ist, bei einer Gebärenden- dass mir die Worte fehlten. Inzwischen habe ich mich etwas erholt und Abstand gewonnen und fühle mich bereit für ein Gespräch über das, was mich bewegt, wenn ich webe, was meine Seele so stark verbindet mit dem Wesen dieser Kunst, seiner Langsamkeit, seiner Vielschichtigkeit, seiner Festigkeit und Mobilität.

Ich würde mich freuen, euch zu sehen am kommenden Donnerstag. Dann kann ich euch in Ruhe etwas erzählen zur Technik, zu den Inhalten, zu mir und meinen Projekten für die Zukunft.

19:00 Uhr _ KMH_ KulturMarktHalle _ Hanns-Eisler-Strasse 93 _ 10409 BERLIN

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berlin _ 738 _ die abnahme

Soo, jetzt sind schon wieder drei Tage vergangen, und ich habe die Zeit und Muße nicht gefunden, von diesem so besonderen Tag zu berichten.

Um ganz ehrlich zu sein, fehlen mir die richtigen Worte, um all das zu beschreiben, was mich in den vergangenen Tagen bewegt hat.

Angefangen hat es damit, dass dieser Termin, der 4.07.2021, der dritte Versuch war, den Bildteppich fertig zu stellen und seine Abnahme zu feiern. Aller guten Dinge sind drei, so sagt man….. Also bewegte sich alles im Rahmen einer gewissen Normalität. Aber mit ist in den vergangenen Wochen immer deutlicher geworden, dass „die Zeit gekommen war“. Es war überfällig, so sagt man wohl. Niemand hätte diesem Gefühl je in Worten Ausdruck gegeben und doch hing es in der Luft.

Künstlerische Energie ist unbändig und unberechenbar, manchmal scheu, manchmal flüchtig, manchmal auch dicht und schwer, manchmal übermächtig und laut, manchmal zart und leise. Und nicht immer ist es einfach, sie für solch einen langen Zeitraum zu binden.

Nun ist es geschafft, wenn auch knapp. In der Woche vor der Abnahme habe ich die Nächte zu Tagen gemacht und mir sehnlichst gewünscht, sie hätten mindestens 36 Stunden.

Das ist vorbei. Wie bei einer Geburt bleibt der Schmerz als Nachhall im Gedächtnis und hilft, den Moment dort zu verankern. In den Armen bleibt die Wärme und Weichheit des neuen Wesens. So weit ist die Weberei vom Leben nicht entfernt.

Der Tag wird mir ein wichtiger Teil meiner Erinnerung sein, das Glück ist groß und auch die Zufriedenheit mit dem Werk. Wunsch und Wirklichkeit sind sich sehr nah gekommen.

DANKE, noch einmal an alle Menschen, die dazu beigetragen haben, im Kleinen oder im Großen, vor Ort oder im Geiste. Es war ein wunderbares Geschenk, diesen Moment mit euch teilen zu können und euch zu spüren.

Jetzt bin ich meines Lebensmittelpunktes der vergangenen 16 Monate verlustig gegangen. Ich schwebe gerade zwischen den Welten, versuche mich neu zu verorten, herauszufinden, wo er in den kommenden Monaten liegen wird.

Es ist ein seltsames Gefühl, wenn auch bekannt aus der Vergangenheit, und im Vertrauen auf die Zukunft, die das neue Projekt schon bereithält, kein erschreckendes, sondern eher ein willkommenes Gefühl in all seiner Seltsamkeit. Es wird mich tragen.

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berlin _ 737 _ die abnahme

Leute, ich bin jetzt schon aufgeregt. Schau mal, was für ein tolles Plakat Rita gemacht hat. Tausend DANK, meine Liebe. Es sieht wunderbar aus.

Jetzt muss nur der Teppich noch rechtzeitig fertig werden!!!

Natürlich seid ihr alle herzlich eingeladen…. Wohin? In die KulturMarktHalle.

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berlin _ 736 _ künstlerresidenz

just……

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berlin _ 735 _ KMH_künstlerresidenz

Ein O.K.A.P.I in Berlin

Gestern habe ich das zebragestreifte Vorderbein meines Okapi gewebt. Seitdem ist mir das baldige Ende des Teppichs fühlbar geworden. Der Kreis schliesst sich.

Ihr erinnert euch: 23.03.2020:

Ein großes Glücksgefühl breitet sich aus.

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berlin _ 734 _ kmh_künstler:innenresidenz

Grund unter den Füßen

Jetzt fehlt wirklich nicht mehr viel. Aber absurderweise macht es mir gerade dieser Umstand schwer, mit der nur beschränkt verfügbaren Zeit und Energie umzugehen.

Ich bin nie einen Marathon gelaufen, bin nur oft sehr, sehr lange Strecken geschwommen, darunter auch einige, die mich – aus Übermut, aus Not, aus Unvorsichtigkeit – an die Grenze meiner Fähigkeiten gebracht haben.

Gerade jetzt fühle ich mich wie auf den letzten 50 Metern vor der ersehnten und gedachten Linie, an der ich es wagen kann, den Rhythmus der Schwimmbewegungen zu unterbrechen und vorzufühlen, ob mein Fuß schon den Boden berührt; wissend, dass das nicht zu früh geschehen darf, weil ich mir nicht sicher sein kann, ob meine Kraft reichen würde, dieses kurze Untertauchen im Falle einer Fehleinschätzung aufzufangen.

Die Arme sind bleischwer, jede Bewegung, die im ausgeruhten Zustand mit wunderbarer Leichtigkeit stattfindet, auf der Mitte der Strecke dann mit einem hilfreichen Automatismus, der nicht vom Bewusstsein oder Willen beeinflusst wird, …..jede dieser Bewegungen bedarf jetzt einer enormen Konzentration, denn die Erschöpfung führt dazu, dass der richtige Ablauf nicht mehr gewährleistet ist und alles und jedes, selbst das kleinste Etwas eine Ablenkung bedeuten kann, die diesen Ablauf so tiefgreifend unterbricht, dass er nicht mehr wieder herzustellen ist. Und dabei sind die Augen fest auf die Ziellinie gerichtet.

Nun, das ist die Eigenart all dessen, dem marathonähnliche Ausmaße zugrunde liegen und dementsprechende Übung in der Verteilung von Energie, Motivation, physischer und/oder psychischer Kraft erfordert. Nicht wirklich überraschend, also. Und doch immer wieder eine große Herausforderung.

Die Erfahrung zeigt, dass es geht. Bisher ist es immer gegangen.

Grund unter den Füßen werde ich spätestens am 3.07.2021 spüren. SPÄTESTENS. Denn am 4.07.2021 wird der Teppich aus dem Webstuhl befreit _ NEIN_ befreien wir gemeinsam den Teppich aus dem Webstuhl.

Also merkt euch den Tag vor:

So. 04.07.2021, 20:15 Uhr _ TATORT WEBSTUHL

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berlin _ 733 _ KMH _ textil _ art spring

ÜBER ECK

Manfred Reuter hat dieses Bild vom Aufbau gemacht. Die Sieben Marien haben sich schon in den unterschiedlichsten Konstellationen wiedergefunden und es immer geduldig und wohlwollend über sich ergehen lassen. Ich würde sogar sagen, dass sie es begrüßt haben.

Selbst diesmal habe ich es so empfunden. Es war nicht viel Raum, um einen größeren Abstand vom Webstuhl zu gewährleisten. Das wäre hilfreich gewesen, denn so wäre etwas mehr Ruhe in die Betrachtung gekommen.

Aber die Entscheidung, die einzelnen Stücke ÜBER ECK zu hängen, die sich teilweise aus dieser räumlichen Begrenzung ergab, hat zu einer interessanten Hängung geführt, die ich durchaus gerne wiederholen würde.

Fotos von Inti Gallardo:

Holger Bey hat dieses Video meiner Installation gemacht. Im Hintergrund hört man Lucila Guichon und Inti Gallardo an seiner Installation mit ihrer Klangmalerei. Ich finde, es passt wunderbar zusammen.

Danke allen, die mit dabei waren, in welcher Form auch immer. Und, wie gesagt, es war das erste, aber hoffentlich nicht das letzte Mal, dass sich die KulturMarktHalle auf solch ein Experiment einlässt und Raum gibt für diese besondere Atmosphäre, vielleicht sogar in einem zeitlich etwas umfangreicheren Arbeitsformat, in dem sie zwei Wochen den Künsten zur Verfügung steht, dort Kunst entsteht, im gemeinsamen Prozess, gelebt und erlebt, gegeben, geteilt und genommen wird.

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berlin _ 732 _ KMH _ art spring

Fast eine Woche ist es jetzt her, dass die KMH sich im Rahmen des „art spring“ in ein temporäres Gemeinschaftsatelier verwandelt hat. Eine wunderbare Erfahrung. Ein Wochenende voller konzentrierter, kontemplativer und kreativer Ruhe.

Seitdem ich Anfang vergangenen Jahres meine Künstlerresidenz dort eingerichtet hatte, war es mir ein Anliegen, meine kunstschaffenden Kolleginnen einzuladen, doch mindestens ab und zu diesen Ort zu nutzen, den ich in diesen fast eineinhalb Jahren so sehr lieben gelernt habe.

Ihn mit unserer Energie zu füllen und einzutauchen in dieses Meer von Gedanken und Gefühlen, von Spielerischem und Nachdenklichem, von Bildhaftem und Abstraktem, von Vergänglichem und Beständigem….. ein Meer, das sich nährt aus unserer Lebenszeit dem ein intensives Aroma nach Einmaligkeit eigen ist.

Ich selbst habe nicht viele Fotos gemacht an diesem Tag, aber zusammengetragen, was von unterschiedlichen Seiten zu mir gekommen ist:

Lucila Guillon und Inti Gallardo haben ihr Projekt „Mapping Pankow“ vorgestellt.

Fred Ute hat in seiner Installation ALU-Objekte aus DDR-Zeiten zusammengetragen und mit einem Augenzwinkern in Richtung meiner textilen Ecke ein interessantes Industrie-Gewebe mitgebracht.

Valentina Sartori hat an ihren partizipativen Gemeinschaftsportraits weitergearbeitet und eine kleine Zahl bereits entstandener Arbeiten gezeigt.

Anwar Al Atrash zeigte eine Auswahl seiner Gemälde. Ich habe mich über das Okapi besonders gefreut. Erst vor Kurzem hatte ich entdeckt, dass auch er dieses mir lieb gewordene Wesen in einem Werk dargestellt hat.

Holger Bey hat eine Installation aufgebaut, die uns alle eingeladen hat, den Raum, die Stille, mit Klängen zu füllen.

Meine persäönliche Künstlerresidenz in der KMH geht ihrem Ende entgegen. Am 4.07.2021 werde ich den Teppich aus dem Webstuhl nehmen und damit den Rückzug in mein Atelier antreten. Ich würde mir wünschen, dass die Erfahrung diese Wochenende dazu beiträgt, dass das Projekt KuturMarktHalle mindestens einmal im Jahr solch ein Format etabliert.

Kunst leben. Kunst geben. Kunst erfahren. Kunst lieben.

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berlin _ 731 _ fundstücke

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berlin _ 730 _ textil _ fundstücke

Wenn das schöne Gewebe Gottes, diese unsere Welt,
durch allweises Wissen vollendet wurde,
sollte es da nicht richtig sein, die Webkunst
als eine Großtat der Wissenschaft aufzufassen?

Philon von Alexandria

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berlin _ 729 _ Offene Türen in der Künstlerresidenz der KMH

Am kommenden Wochenende bekomme ich Besuch in meiner Künstlerresidenz in der KulturMarktHalle, und nicht nur von Waschbär und Co.

Dieses Jahr nimmt die KHM am art spring festival teil und gemeinsam mit einigen Kolleg:innen verwandeln wir an diesem Wochenende die Halle in ein temporäres Gemeinschaftsatelier.

Ich werde natürlich bemüht sein, meine Bildwirkerei zu Ende zu bringen. Es fehlt nur noch wenig bis zur Fertigstellung und wenn alles gut geht, dann kann die gemeinschaftliche Abnahme am ersten Juliwochenende im Rahmen des Tags der Offenen Tür und der Offiziellen Geburtstagsfeier zum 3.Jubiläum der KMH stattfinden.

Neben mir werden am Samstag, den 5.06.2021 von 14 bis 18 Uhr Anwar Al Atrash (Malerei und Installation), Holger Bey (Klanginstallation), Valentina Sartori (Malerei), Fred Ute (Installation) und Lucilla Guichon und Inti Gallardo (Multimedia _ Mapping Pankow) dabei sein.

Ich bin sehr gespannt. Wahrscheinlich müssen wir uns erst wieder daran gewöhnen, dass etwas geht; dass es wieder Publikum gibt; dass wir zeigen und teilen können, was uns gerade bewegt und beschäftigt……

Ihr seid herzlich eingeladen. Der Zutritt zur Halle wird unter den geltenden Regelungen für wenige Zuschauer (10) zeitgleich ohne Test, aber mit Maske und Abstand möglich sein. Aber das alles kennt ihr ja inzwischen.

Wenn auch nicht ganz unbekümmert, aber immerhin….. es geht.

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berlin _ 728 _ textil _ künstlerresidenz in der KMH

Während die KMH sich auf den 3.Geburtstag vorbereitet, versuche ich, meinen Teppich zum Abschluss zu bringen. Auch diese Frist, ich weiss nicht mal mehr, ob die zweite, dritte oder vierte, werde ich nicht einhalten können.

Zu sehr zerrt das Leben an mir, trotz oder gerade wegen der Coronapandemie, trotz oder gerade wegen der Sehnsucht nach Freiheit und Ungebundenheit, die immer lauter in mir wird und es doch nicht schafft, mich abzuschirmen von allem, was mich ablenkt von meiner eigentlichen Aufgabe

Natürlich geht es trotzdem voran. Die Nebelkrähe ist jetzt verwoben mit dem Rest. Vergangenheit und Zukunft, Bewahren und Voraussehen

Krähen und Raben spielen weltweit eine Rolle in Sagen und Märchen. Demnach haben alte Götter und Könige ihre Weisheit, Intelligenz und Flugfähigkeit genutzt. Parallel dazu spielen diese Vögel auch eine Rolle im Volks- und Aberglauben. In vielen Märchen zum Beispiel ist häufig vom weisen Wanderer „röiven“ (altdeutsch) die Rede, welcher verirrten Wandersleuten den richtigen Weg weist.

In der nordischen Mythologie symbolisiert der Rabe die Weisheit, der Gott Odin hatte stets die beiden Kolkraben Hugin und Munin bei sich, die auf seinen Schultern saßen und ihm berichteten, was auf der Welt vor sich ging. König Artus soll in einen Raben verwandelt worden sein. Dem griechischen Gott Apollon waren die Raben heilig. In der babylonischen Version des Sintflut-Mythos, dem Atrahasis-Epos, sandte Atraḫasis nach dem Ende des Regens drei Vögel aus: Eine Taube, eine Schwalbe und einen Raben. Der Rabe kehrte nicht zurück, darum wusste Atraḫasis, dass das Land wieder begehbar war.

Mit der Christianisierung galt der Rabe in Europa aufgrund seiner mythologischen Bedeutung bei den Vorgängerkulten (etwa als Wotansvogel, Schlachtenlenker und Jagdbegleiter) zunehmend als ein dämonisches Wesen bzw. böses Tier, das als Aasfresser den Teufel begleitete und als Unglücksrabe Schaden ankündigte. Die Annahme einer Verbindung des Raben mit dem Teufel geht vor allem auf die Kirchenväter zurück. Die Leichen von Erhängten wurden im Mittelalter, in dem der Rabe ebenso wie die Saat- bzw. Rabenkrähe eine ambivalente Deutung erfuhr, und auch später häufig nicht beerdigt; so wurde der Rabe sogar zum Galgenvogel. Andererseits spielt der handzahme, anhängliche und sprechende Rabe auch eine Rolle als Haustier.

To be finished.

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berlin _ 727 _ recuerdos _ erinnerungen

10 años han pasado desde el día en que un grupo de gente decidió no volver a casa después de una manifestación grande y emocionante que había unido miles de personas en todo el país. Mucha agua ha corrido desde entonces, mucha tinta también, de la buena y de la mala. Algunas ilusiones se han quedado en el camino, alguna gente se ha apartado de lo que ya no sentían el camino en común, algunos desencantos se han producido, algunas decepciones…. Todo eso lo sabemos las y los que hemos creído en la fuerza colectiva y que seguimos creyéndo que juntos vamos a conseguir darle otro rumbo a este país que tanto amamos.

Hay que seguir luchando por ello. Y para no olvidar, de qué fuente de emoción e ilusión bebemos, comparto estos dos videos, hechos con ojos sabios del pasado y el corazón lleno de amor.

Año: 2012
Director: Basilio Martín Patino
Guión: Basilio Martín Patino
Música: Amancio Prada
Fotografía: Alfonso Parra
Productora: La Linterna Mágica

En mayo de 2011 el realizador Basilio Marín Patino se echó a la calle a sus 80 años de edad a vivir una ilusión. En esos momentos estaba ocurriendo algo increíble: la explosión de la política entendida como la autogestión de los asuntos comunes, de la vida; una (y muchas más) acampada en la Puerta del Sol, cientos de asambleas, debates, conversaciones; una denuncia directa del poder económico y político… Lo que se vino en llamar el Movimiento 15M. Patino lo captó con sus cámaras como probablemente nadie más podía hacerlo, sin necesidad de entrevistas, mensajes, portavoces, expertos…
Sin duda uno de los documentales que mejor ha sabido captar „el clima 15M“, todo emoción, todo pasión.


Absolutamente imposible de encontrar en este momento en las redes ni en las tiendas, hemos creído que merecía ser convertido en Copyleft 🙂

https://www.dw.com/de/spaniens-emp%C3%B6rte-sind-zur%C3%BCck/a-15300506

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berlin _ 726 _ offenes atelier in der KMH _ textil

DAS TAL DER NEBELKRÄHE

Zum x-ten Mal bin ich umgezogen in der KMH. Ich glaube, das ist mein 5.Standort. Wie gut, wie gut, dass Hans mir damals eine Plattform auf Rädern für den Webstuhl gebaut hat.

Mit etwas Glück ist es der letzte Standort bis zur Fertigstellung des Teppichs. Mich kostet es jedes mal ein, zwei Tage, bis ich mich zurechtfinde und mich zwischen die Fäden begeben kann, ohne Sorge zu haben, auf dem Weg verloren zu gehen.

Ich weiss nicht, ob es für andere Menschen, die nicht so intensiv in unterschiedlichen Welten unterwegs sind, nachvollziehbar ist, wie sehr man von solchen Umständen abhängt, um den Wechseln von einer Welt in die andere möglichst sanft zu durchgehen. Da helfen auch Harry Potters und Alices und Annas in den Wänden und Unendliche Geschichten und Tintenherzen und selbst Sommernachtsträume nichts. Oder doch?

Nun, ich genieße es jedenfalls, jetzt wieder Tageslicht zu haben. Und ich habe die Ecke geschafft. Das ist immer ein besonderer Moment. Jetzt gilt es „nur noch“ ein Tal zu füllen. Das Tal der Nebenkrähe.

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse

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berlin _ 725 _ textil

ENDLICH!! Die Zahlen sinken und gerade habe ich gelesen, dass der Berliner Senat für den Kulturbereich, also auch für Museen, Lockerungen ab dem 19.05.2021 vorgesehen hat.

„Sollte bei anhaltend guter Inzidenzentwicklung die bundeseinheitliche „Notbremse“ des Infektionsschutzgesetzes zum 19. Mai 2021 außer Kraft treten, können gemäß der heute im Senat beschlossenen Achten Verordnung zur Änderung der Zweiten SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung kulturelle Aktivitäten und Kultur-Veranstaltungen im Freien ab 19. Mai 2021 wieder stattfinden.

Dies bedeutet im Einzelnen:
Veranstaltungen im Freien mit bis zu 250 zeitgleich Anwesenden sind erlaubt. Dabei ist Anwesenden ein fester Sitzplatz zuzuweisen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern darf unterschritten werden, sofern – etwa durch eine Maskenpflicht auch am Sitzplatz – der Schutz vor Tröpfcheninfektionen und Aerosolen sichergestellt ist oder alle Anwesenden negativ auf SARS-CoV-2 getestet bzw. vollständig geimpft oder genesen sind.

Museen, Galerien und Gedenkstätten dürfen mit Außerkrafttreten der bundeseinheitlichen „Notbremse“ voraussichtlich ab dem 19. Mai wieder für den Publikumsverkehr geöffnet werden. Für die Steuerung des Zutritts zur Sicherung des Mindestabstandes gilt ein Richtwert für die maximal zulässige Anzahl von Besucherinnen und Besuchern je Ausstellungs- oder Betriebsfläche. Besucherinnen und Besucher müssen negativ auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 getestet sein, sofern sie nicht vollständig gegen Covid-19 geimpft oder genesen sind.“

https://www.berlinerfestspiele.de/de/berliner-festspiele/programm/bfs-gesamtprogramm/programmdetail_331289.html

Das klingt doch vielversprechend. Also Kalender raus und all die interessanten Dinge sinnvoll auf die kommenden Wochen verteilen. Das ist die Vorbereitung auf eine andere Art von KULTURSCHOCK nach solch einer langen Abstinenz.

Hier ein einladendes Video:

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berlin _ 425 _ fundstück

Gestern war ich in Berlin unterwegs. Das kommt in der letzten Zeit nicht so häufig vor. Jede freie Stunde versuche ich am Webstuhl zu verbringen. Da ist ein Ausflug in die Umgebung wie ein Eintauchen in eine andere Realität. Und meine Wahrnehmung besonders scharf.

Der 200er Bus, der mich vom Theaterhaus Mitte zurück in die KMH bringen sollte hielt eine Weile am Alex. Wohl weil der Verkehr so fließend war, dass er vor der fahrplanmäßigen Zeit dort angekommen war und für Ausgleich sorgen wollte.

Jedenfalls hat er lange genug an der Haltestelle gestanden, dass ich den Inhalt der Roll-Werbefläche mehrere Male zu sehen bekam und Zeit hatte, zu reagieren.

Vor ein paar Tagen habe ich einen Film gesehen, der genau das Thema zum Inhalt hatte und mir ist bewußt geworden, wie schnell auch ich in ein Klischee rutsche und in einer Teilansicht verfangen bin. Fragt man mich nach Missbrauch von Kindern, denke auch ich zuerst den Mann in der Täterrolle _ Vater, Onkel, Freund der Familie, der nette Nachbar von Gegenüber……..

Und obwohl mir klar sein sollte, dass es auch anders sein kann, merke ich, wie mich eine Sekunde lang eine tiefe Irritation erfüllt, wenn ich solch ein Plakat sehe. Und JA, es gibt auch Missbrauchstäterinnen.

So schwer es mir fällt, mir das vorzustellen. Wahrscheinlich genau so schwer, wie es jedem Mann, der es nicht ist, fällt sich vorzustellen, dass es Männer gibt, die es DOCH sind.

Die Werbekampagne wird betrieben von:

Schaut euch dort mal um.

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berlin _ 424 _ fundstück

Man kann es auch so sagen. Ob das nun wirklich zielführender ist, liegt wohl an der linguistischen Sensibilität von Herrchen und Frauchen.

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berlin _ 423 _ textil

Valentin hatte mir diese wunderbare Zeichnung im vergangenen Sommer geschenkt. Ich hatte einen Moment gebraucht, um zu verstehen, was es mit den „Antennen“ auf sich hat, die mich das Tuch fühlen lassen. Diese besondere Art der Tuchfühlung hat mich fasziniert und so ist sie Teil des TeppICHs geworden.

Jetzt bin ich bei 40 cm und melde mich ab für die Nebelkrähe.

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berlin _ 422 _ fundstücke

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berlin _ 421 _ textil _ fadenguerilla

Möglicherweise der Beginn einer wunderbaren Beziehung.

Gestern kam ein zweites Peace dazu. Kaum war es angebracht, da war es auch schon wieder verschwunden. Es muß jemandem wohl gut gefallen haben. Will ich mal annehmen.

Und heute, aus gegebenem Anlass, waren es die drei Farben ROT, GELB und VIOLETT, die Peace 3 bestimmt haben.

90. Jahrestag der Verkündung der 2. Republik in Spanien. Ein ganz besonderer Tag für alle, die davon überzeugt sind, dass irgendwann die Dritte Republik kommen wird, und die aus dieser Überzeugung heraus beharrlich darum streiten, dass dieses IRGENDWANN ein BALD, ein JETZT und HIER wird.

Ein „abrir y cerrar de ojos“, nur einen flüchtigen Augenblick lang hat die Beziehung zwischen diesem Peace und dem Baumstumpf gehabt. Irgendjemandem hat auch die nicht behagt.

Ich werde der Versuchung wiederstehen, meine Peaces anzutackern, aber ein wenig traurig macht es schon.

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berlin _ 420 _ textil _Künstlerresidenz in der KMH

FERTIG sieht anders aus!! Frühling übrigens auch.

ABER ich habe es tatsächlich geschafft. Auf dem Meridian meines zweiwöchigen Osterurlaubs habe ich gestern Nacht den Gipfel erreicht, habe die Kante berührt, habe mir einen Moment vorgestellt, wie die Schere die Kettfäden durchtrennt und versucht, mich daran zu erinnern, wie sich das Gewicht von eineinhalb Jahren Lebenszeit und 5 Kilo Wolle in meinen Armen anfühlt.

Jetzt, wo der Bann gebrochen ist, weiss ich aus Erfahrung, dass es keinen Halt mehr gibt. Dass die Energie sich bewegt, dass nach und nach Kapitel abgeschlossen werden, dass eine tiefe Leere auf mich wartet und das Cocktail aus Verlust, Orientierungslosigkeit, Schwindelgefühl und Vertrauen darin, einmal mehr in der Lage zu sein, diese Leere wieder zu füllen, mit einem neuen, mit dem nächsten Projekt.

Im Stillen, ganz für mich, würde ich mir wünschen, diese Arbeit in einem Monat abgeschlossen zu haben.

Fertig und frei. Und traurig und froh.

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