berlin_389_textil

Eine Stunde nur. Eine ganze volle Stunde. Wenn ihr eine Stunde Zeit erübrigen wollt, um in die Seele der Weberei hineinzuhören, um vielleicht besser zu verstehen, was auch mich füllt seit über drei Jahrzehnten, dann klickt gerne auf DIESEN LINK.

Er führt euch zu einem Hörspiel des Deutschlandfunk Kultur, auf das mich Manfred hingewiesen hat. Sonst wäre es mir entschlüpft.

Leben und Weben, für mich seit Jahrzehnten untrennbar miteinander verbunden.

„Visionen. Wandteppiche. Glück. Ich weiß nicht warum, eine große Traurigkeit.“

..

Harrania Bildteppich, Jahrmarkt im Dorf

Ein alter Tibetteppich

Deine Seele, die die meine liebet

Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet

Strahl in Strahl, verliebte Farben,

Sterne, die sich himmellang umwarben.

Unsere Füsse ruhen auf der Kostbarkeit

Maschentausendabertausendweit.

Süsser Lamasohn auf Moschuspflanzentron

Wie lange küsst dein Mund den meinen wohl

Und Wang die Wange buntgeknüpfte Zeiten schon.

Else Lasker-Schüler.

Quelle: Else Lasker-Schüler: Werke und Briefe. Kritische Ausgabe. Im Auftrag des Franz Rosenzweig-Zentrums der Hebräischen Universität Jerusalem, der Bergischen Universität Wuppertal und des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Neckar herausgegeben von Norbert Oellers, Heinz Rölleke und Itta Shedletzky. Bd. 1: Gedichte. Bearbeitet von Karl Jürgen Skrodzki unter Mitarbeit von Norbert Oellers. Frankfurt am Main 1996. Nr. 172. – Auch in: Else Lasker-Schüler: Sämtliche Gedichte. Herausgegeben von Karl Jürgen Skrodzki. Frankfurt am Main 2004 (unveränderte Nachdrucke 2006, 2011, 2013 und 2019). S. 120.

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berlin_388_zwischen den welten (4)

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berlin_387_#nah_bar_festival

Viele Fotos sind in den letzten zehn Tagen entstanden. Von Orten und UnOrten, von Veranstaltungen, Musiker:innen, Besucher:innen, vielen Dingen die „vor und hinter“ den „Kulissen“ geschehen sind.

René Greffin hat am Freitag bei dem Konzert von Trio Scho fotografiert und seine Kamera auch auf mich gerichtet. Eigentlich bin ich ja lieber hinter dem Sucher als vor ihm. Selten gibt es daher Fotos von mir.

Aber dieses gefällt mir so gut, dass ich es gerne mit euch teile. Ich finde mich wieder in diesem müden Gesicht, das gleichzeitig aber auch etwas von der inneren Gelassenheit zeigt, die an diesem Tag in mir war.

Danke René.

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berlin_386 zwischen den welten (3)

Gestern in der #KMH, ganz unerwartet, ein wunderbarer Brückenschlag zwischen den welten. DANKE Morgane.

L’avi Siset em parlava
De bon matí al portal,
Mentre el sol esperàvem
I els carros vèiem passar.
Siset, que no veus l’estaca
On estem tots lligats ?
Si no podem desfer-nos-en
Mai no podrem caminar !

(refrain)
Si estirem tots, ella caurà
I molt de temps no pot durar :
Segur que tomba, tomba, tomba !
Ben corcada deu ser ja.
Si tu l’estires fort per aquí
I jo l’estiro fort per allà,
Segur que tomba, tomba, tomba
I ens podrem alliberar.

Però, Siset, fa molt temps ja :
Les mans se’m van escorxant,
I quan la força se me’n va
Ella és més ampla i més gran.
Ben cert sé que està podrida
Però és que, Siset, pesa tant
Que a cops la força m’oblida.
Torna’m a dir el teu cant É

refrain

L’avi Siset ja no diu res,
Mal vent que se l’emportà,
Ell qui sap cap a quin indret
I jo a sota el portal.
I mentre passen els nous vailets
Estiro el coll per cantar
El darrer cant d’en Siset,
El darrer que em va ensenyar

refrain

Sonnig begann es zu tagen,
ich stand schon früh bei der Tür,
sah nach den fahrenden Wagen,
da sprach Alt Siset zu mir: 
Siehst Du den brüchigen Pfahl dort,
mit unsern Fesseln umschnürt,
schaffen wir doch diese Qual fort –
ran an ihn, dass er sich rührt! 

Ich drücke hier, und du ziehst weg,
so kriegen wir den Pfahl vom Fleck,
werden ihn fällen, fällen, fällen,
werfen ihn morsch und faul zum Dreck, 
Erst wenn die Eintracht uns bewegt,
haben wir ihn bald umgelegt,
und er wird fallen, fallen, fallen,
wenn sich ein jeder von uns regt. 

Ach, Siset, noch ist es nicht geschafft,
an meiner Hand platzt die Haut.
Langsam auch schwindet schon meine Kraft –
er ist zu mächtig gebaut. 
Wird es uns jemals gelingen?
Siset, es fällt mir so schwer! –
Wenn wir das Lied nochmal singen,
geht es viel besser, komm her! 

Ich drücke hier, und du ziehst weg,
so kriegen wir den Pfahl vom Fleck,
werden ihn fällen, fällen, fällen,
werfen ihn morsch und faul zum Dreck, 
Erst wenn die Eintracht uns bewegt,
haben wir ihn bald umgelegt,
und er wird fallen, fallen, fallen,
wenn sich ein jeder von uns regt. 

Der alte Siset sagt nichts mehr.
Böser Wind hat ihn verweht.
Keiner weiß von seiner Heimkehr,
oder gar, wie es ihm geht. 
Alt Siset sagte uns allen,
hör’ es auch du, krieg’ es mit:
Der alte Pfahl wird schon fallen,
wie es geschieht in dem Lied!. 

Ich drücke hier, und du ziehst weg,
so kriegen wir den Pfahl vom Fleck,
werden ihn fällen, fällen, fällen,
werfen ihn morsch und faul zum Dreck, 
Erst wenn die Eintracht uns bewegt,
haben wir ihn bald umgelegt,
und er wird fallen, fallen, fallen,
wenn sich ein jeder von uns regt.

german version by Hein & Oss Kröher
https://www.antiwarsongs.org/canzone.php?id=2320&lang=en#agg2415

L’Estaca

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berlin _ 385 _ zwischen den welten (2)

Seit eineinhalb Jahren, so lange wie ich jetzt mit der #KulturMarktHalle verbunden bin, kenne ich Anwar Al Atrash. Er ist einer von den ersten, von Anfang an mit dabei, bei diesem Projekt, dass mich so in seinen Bann gezogen hat.

Wir sind gemeinsam im Ausstellungsteam, seit einigen Monaten auch gemeinsam im Vorstand, und im Rahmen seines Projekts „Ergänzung der Vision“ hatte ich Gelegenheit, einen kleinen textilen Beitrag zu gestalten.

Am meisten aber sind es die vielen Gespräche der letzten Monate, die mich vertraut gemacht haben mit seiner Art und Weise die Welt, die Kunst, die Gleichberechtigung, das Vertrauen, die Freundschaft zu verstehen.

Ich mag ihn als Mensch, ich mag seine Kunst und ich bin froh ihn als Kollege an meiner Seite zu wissen. Gerne habe ich mich daher, als er mich fragte, bereit erklärt, das kleine Bindeglied zu sein in einem Interview mit der Deutschen Welle.

Leider spreche ich seine Muttersprache nicht, wir reden Englisch miteinander und es ist oft frustrierend für mich, angesichts meiner eher begrenzten Englischkenntnisse, die einfach nicht ausreichen, um mich verständlich zu machen. Trotzdem bin ich mir sicher, dass er mich versteht. Zwischen den Welten, aus denen wir kommen, gibt es eine, die wir gemeinsam haben.

Und ich liebe es, ihm zuzuhören, wenn er in seiner eigenen Sprache spricht, auch wenn ich kein Wort verstehe.

Irgendwann wird dieses Video sicherlich ins Englische übersetzt. Aber wer weiss, wo ich dann sein werde. Daher hier erst einmal die arabische Fassung. Irgendwo zwischen der 14. und 18. Minute kommt unsere kleine Begegnung. Irgendwie witzig, auch etwas seltsam, zwischen den Welten zu stehen.

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berlin _ 384 _ zwischen den welten (1)

„orth, unorth, ewigkeit, zeit, nacht, tag.“

„Beschränke alles auf das Wesentliche, aber entferne nicht die Poesie. Halte die Dinge sauber und unbelastet, aber lasse sie nicht steril werden.“

„Wabi-Sabi nährt alles, was authentisch ist, da es drei einfache Wahrheiten anerkennt: nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt.“ (Richard R. Powell)

Wenn es zum Stillstand am Webstuhl kommt, bedeutet das meist nicht, dass NICHTS passiert, sondern „nur“, dass die Energie gerade in einer anderen Welt eingebunden ist, manchmal einem eigenen Bedürfnis folgend, manchmal aus ganzheitlich empfundener Wahrnehmung, manchmal aus fremdbestimmter Notwendigkeit.

Seit zwei Wochen ungefähr, oder sogar drei, sind meine Energien eingebunden im nah_bar_festival, das die #KulturMarktHalle organisiert und realisiert. Zu Beginn der Planung des Festivals habe ich eine gewisse Verantwortung übernommen, und daher für mich entschieden, meinen Platz vor dem Webstuhl und den Platz in meinem Herzen und meiner Seele, den die Weberei einnimmt, für eine kleine Weile zu verlassen und mich mit eben soviel Hingabe dem Festival zu widmen.

Nun sind sechs von den geplanten zehn Tagen vorbei. Am siebten Tag kommt es mir zu, einen Teil des Programms, das an jedem Tag einen besonderen Spaziergang durch den Kiez und eine Konzert oder eine Tanzperformance an einem besonderen Ort miteinander verbindet, zu gestalten.

Seitdem ich diesen Kiez begehe, und das sind inzwischen zwei Jahre, gibt es Orte, die mich besonders anziehen, mich tief berühren und immer wieder einladen, an ihnen zu verweilen.

Ich habe sie UNORTE genannt und meine Tour trägt dementsprechend den Titel: „Un_Orte. Vom Menschen vergessen – von der Natur erkannt.“ Orte zwischen zwei Welten.

Carlotta, die das Festival mit ihrer Kamera begleitet und jeden Tag das Geschehen in einem kleinen Video zusammenfasst, hat es auch an diesem 1.Oktober getan. Es war der erste Herbstnebeltag, der den Spaziergang in eine ganz besondere Atmosphäre gehüllt hat.

Ich habe eine wunderbaren Text zu den UNORTEN gefunden, den ich gerne in Auszügen mit euch teilen möchte. Er stammt von Fabian Müller und veröffentlicht wurde er in den Starnberger Heften.

Fabian Müller: Unorte

Abgrenzung und Definition

Fällt einem auf die Schnelle keine griffige Definition des Wortes »Unort« ein, so liegt dies möglicherweise daran, dass es bereits zum Erscheinen des Deutschen Wörterbuches von Jacob und Wilhelm Grimm (DWB) im Jahr 1838 als unüblich galt und zwischenzeitlich als ausgestorben betrachtet werden darf, bis es (…) als Übersetzung des englischen »uncommon place« (wörtlich: unüblicher Platz) verwandt wurde. Bei genauerer Auseinandersetzung ist der Unort jedoch weitaus mehr als nur ein unüblicher Platz.

Eine elegante Methode, sich einer Begriffsdefinition anzunähern, ist die Definition der Negation, oder anders ausgedrückt: Was ist ein Unort nicht? Die auffälligste Wortverwandtschaft besteht mit der Utopie (griechisch οὐτοπία: Nicht-Ort), doch anders als die Utopie sind Unorte Bestandteil unserer (…) Lebenswirklichkeit. Auch der Nicht-Ort (französisch non-lieu) des Anthropologen Marc Augé, ein einseitig genutzter Platz ohne Geschichte oder Identität wie etwa ein Einkaufszentrum oder eine Autobahn, übernimmt nur einen Teil der reichen Sprachgeschichte, die das Wort »Unort« im Deutschen begleitet. Verlassene Orte hingegen besitzen anders als der Nicht-Ort tatsächlich eine Geschichte; und sollten sie auch heute verlassen sein, so umgibt sie noch ein Nimbus, der sie von der vordergründigen Seelenlosigkeit des Unortes unterscheidet.

Unorte hingegen sind vom Menschen geschaffene Natur, und man verzeihe an dieser Stelle den Widerspruch zur Definition der Natur. Genauer formuliert sind Unorte Orte, die eine Abkehr (…) vom Hintergrundrauschen des Seins darstellen, also Struktur innehaben, aber nicht natürlich gewachsen sind, sondern ihre Daseinsberechtigung in schlichter Kausalität finden. Während ein Theater, ein Marktplatz, aber auch privater Raum wie eine Wohnung zu einem hohen Grad Selbstzweck sind, sind die Unterführung, die Autobahnraststätte, die Bahngeleise in erster Linie Kollateralen der Urbanisierung. Daraus ergibt sich eine Skala aus Ort und Unort, deren Maß Selbst- oder Mitzweck ist; eine binäre Einordnung ist folglich unmöglich.

Mit diesem Begriffskorpus gerüstet, lohnt sich eine etymologische Herangehensweise, um die Dimensionen des Begriffes genauer zu erfahren.

Etymologische Herangehensweise und Deutung

Einer Sekundärquelle zufolge findet sich eine Nennung des Unortes in frühen Auflagen des Grammatisch-kritischen Wörterbuches Adelungs unter dem Stichwort »Ungemach«, wo das Ungemach in seiner Bedeutung einer Kerkerzelle, die weder sitzen noch stehen erlaubt, als Unort bezeichnet wird. Das eingangs erwähnte Grimm’sche Wörterbuch führt unter dem Stichwort »Unort« auf: »UNORT, m.: orth, unorth, ewigkeit, zeit, nacht, tag Silesius wandersm. 30 ndr.; desertum Stieler 1396. unüblich. — «. Was auf den ersten Blick kryptisch erscheint, erhellt sich, wenn man die Definition eines Ortes im DWB heranzieht, die weitaus umfassender ist als die heutige Alltagsverwendung, genauer »ein von menschen besuchter und benutzter platz, ein platz des öffentlichen verkehrs«, suggeriert. So ist der Ort auch »himmelsgegend« (…) (Der Unort vielleicht „gottverlassen“?)

Weiterhin ist ein Ort nicht nur auf die vom Menschen scheinbar statisch erlebten Raumdimensionen beschränkt, sondern laut DWB in älterer Konnotation die Beschreibung eines Bereichs in der Raumzeit. Daraus lässt sich die Definition des verlassenen Ortes verfeinern: Der Nimbus, der Glanz des Gewesenen, herrscht nur dort, wo dieser Bereich auch die Vergangenheit vor dem Verfall mit einbezieht. Umgekehrt folgt daraus für die Unortsdefinition: Ein Unort ist unter Berücksichtigung der Zeit auch der unerfüllte Ort zwischen zwei Erfüllungen; die leere Oper zwischen zwei Aufführungen, das Schiff zwischen zwei Fahrten.

Doch noch eine weitere Bedeutung hält das DWB bereit, nämlich den Ort als Schneide, Spitze oder Schärfe. Über einen kleinen Brückenschlag würde damit aus dem Unort die Unschärfe: Orte liegen im Fokus, Unorte sind hingegen die Unschärfen im öffentlichen Raum.

Die Fotografie entwickelte beginnend in den 1960ern mit Stephen Shore und einen geschärften Blick für Unorte. Wo vorher von Zeit zu Zeit scheinbare Hässlichkeit und Identitätslosigkeit das urbane Bild durchbrachen, finden sich nun einzelne Inseln der Schönheit im schier endlosen Meer eines weitestgehend dienstbaren, aber auf den ersten Blick unästhetischen Organismus. Ist das nicht ein Verlust? Keineswegs! Erstens werden Unorte durch ihre Würdigung und das Erkennen ihrer ganz beifälligen Qualitäten gemäß dem japanischen Konzept des Wabi-sabi ihres Makels beraubt. Und zweitens gewinnt der schöne Ort erst dann wahrhaft an Bedeutung, wenn anerkannt wird, auf welch riesenhaften Schultern eines wohlgesinnten Molochs der Unorte er steht.

In diesem Licht erschließen sich auch die poetischen Worte des schlesischen Barockdichters Silesius im Wörterbuch der Gebrüder Grimm: »orth, unorth, ewigkeit, zeit, nacht, tag.«

Wabi-Sabi

Natürlich habe ich auch nachgesehen, wie Wabi-Sabi erklärt wird: Ursprünglich bedeutet Wabi sich elend, einsam und verloren zu fühlen. Dies wandelte sich zur Freude an der Herbheit des Einsam-Stillen. Aber erst in der Verbindung mit Sabi, alt sein, Patina zeigen, über Reife verfügen, entstand die eigentlich nicht übersetzbare Begriffseinheit, die den Maßstab der japanischen Kunstbewertung bildet. Nicht die offenkundige Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte, nicht der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern der gebrochene des Mondes. Es geht um die Hoheit, die sich in der Hülle des Unscheinbaren verbirgt, die herbe Schlichtheit, die dem Verstehenden doch alle Reize des Schönen offenbaren (Wilhelm Gundert)

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berlin _ 383 _ BGE

La pregunta más transcendental del mundo: ¿Qué haría yo si recibiese la renta básica? Creo que haría lo mismo que ya estoy haciendo, seguiría dedicándome al arte. Lo haría mejor, porque estaría más relajada, y tendría más energía para ello. Pero en el fondo eso no me parece lo más importante. Lo que realmente me parece importante es que me imagino que todo el mundo alrededor mio también tuviera la renta básica incondicional y que pudiéramos hacer cosas juntas. Y eso sería sumamente estimulante.

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berlin _ 382 _ offenes atelier in der KMH

Ich freue mich immer, wenn ich die Gelegenheit habe, meine Liebe zu den textilen Materialien und Techniken mit interessierten Menschen zu teilen. Diesmal ist die Freude besonders groß, weil ich diesen kleinen WS im Rahmen eines Projekts meines Kollegen Anwar Al Atrash geben kann.

Die Ergänzung der Vision ist eine Serie von Kunst-Workshops, die seit geraumer Zeit am Ende eines jeden Monats in der KulturMarktHalle stattfinden. Unterschiedliche Disziplinen werden ausprobiert, Techniken erkundet.

Vergangenheit und Zukunft ist ein spannender Untertitel, gerade bei Kulturtechniken, die uns schon seit gefühlten Ewigkeiten begleiten und für die Zukunft bereit stehen, wenn wir uns darum kümmern, sie lebendig zu halten.

Wir werden ein textiles Objekt, dem wir in unserem Leben einen besonderen Stellenwert geben als Grundlage nehmen, um genau diesen Spannungsbogen aufzunehmen und aus der Erinnerung in die Vision zu wandern.

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berlin _ 381 _ geschenk

Tuchfühler

Gestern wurde ich reich beschenkt. Valentin hat dieses Bild von mir gemalt. Anfangs war ich etwas beunruhigt angesichts der Armlosigkeit. Das war aber schnell  ausgeglichen durch die beiden Fühler auf dem Kopf.

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Danke, Valentin.

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berlin _ 380 _ offenes atelier in der kmh

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Und dazu ein wunderbarer Soundtrack.

Denn ich hatte euch schon irgendwann mal meine heimliche Liebe zu Island verraten, oder? Nun, hier eine Neuentdeckung:

Und dazu:

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berlin _ 379 _ fundstücke

Das Herz

Man soll es da lassen, wo es von Natur aus ist: am rechten Fleck. Es nicht hängen an Menschen, denn zu oft ist Flüchtigkeit die Grundlage der Beziehung, zu leicht kann Enttäuschung  sich einschleichen wie ein heimlicher Gast;
es nicht hängen an Orte, denn die ändern sich zu leicht, werden für neue Bestimmungen  erschlossen, von anderen eingenommen;
es vor allem nicht hängen an Dinge, denn Dinge können verloren gehen.

Und doch ist es mir passiert, hing mein Herz an zwei Stück Gewebe, die mich seit über dreißig Jahren begleiten. Dreißig Jahre, das ist mehr als die Hälfte meines Lebens.

Und dann kommen sie eines Tages in einem Beutel zu liegen, und eine Sekunde der Unaufmerksamkeit, der Erschöpfung geschuldet, reicht, um diesen Beutel, für immer aus meinem Leben zu entführen. Und  mit ihm ein Stück meines Herzens.

Unwiederbringlich.

Niemand kann dafür verantwortlich gemacht werden, in diesem Beutel voller textiler Objekte nicht das Gewicht der Erinnerung und der Bedeutung nachvollziehen zu können, die er für nur einen einzigen Menschen auf dieser Welt besitzt.

Die Erkenntnis es wider besseren Wissens doch getan zu haben, das Herz gehängt zu haben an ein Ding, wohl wissend, dass Dinge verlierbar sind,  macht die Trauer nicht kleiner.

Und manchmal sind es eben Dinge, an die unser Herz sich hängt, ungefragt, eben weil Menschen enttäuschen und weil Orte sich ändern und weil Dinge immer das sind und bleiben, was sie sind.

UnabDINGlich.

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berlin 378 _ fundstücke

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berlin _ 377 _ fundstücke

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berlin _ 376 _ #FreeAssange

Anfang September wird über den von den USA gestellten Auslieferungsantrag entschieden. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen Julian Assange bis zu 175 Jahre Haft.

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DAS DÜRFEN WIR NICHT ZULASSEN.

Daher an alle von euch der Aufruf, euch gerade in dieser Zeit diesem Thema anzunehmen. Lasst uns zeigen, dass wir es trotz dieser elendigen Verschleppungstaktik NICHT vergessen haben. Lasst uns zeigen, dass wir die PRESSEFREIHEIT wichtig finden, lasst uns einen Menschen unterstützen, der ins Fadenkreuz internationaler Bestrebungen gekommen ist Grundrechte einzuschränken, weil er die Verteidigung des Rechts auf Information als Grundlage für Meinungsbildung zu seiner Aufgabe gemacht hat.

Ob gelbe Bänder, Filme, Petitionen…. bleibt dran!!!

Petition von Reporter ohne Grenzen

In der KMH werden wir im September den Film „Hacking Justice“ noch einmal zeigen und darüber diskutieren. Mit etwas Glück vielleicht auch noch einmal in Gegenwart der beiden Filmemacher: Clara López Rubio, Juan Pancorbo.

Schaut immer mal wieder auf die Website der KMH, damit euch der Termin nicht entgeht.

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berlin_375_KMH_Lesebühne

Ihr Lieben, am vergangenen Sonntag htten wir uns in der KMH vorgenommen, eine kleine Lesebühne am KMH-Mobil stattfinden zu lassen. Leider ist sie nicht nur sprichwörtlich ins Wasser gefallen, sondern ein sommerlicher Wolkenbruch hat uns dazu gebracht, die Veranstaltung abzusagen.

Nun hatte ich aber meine Bücher schon zusammen gesucht. Und weil dem so ist, und ich hier im Blog ja auch gerne von Dingen berichte, die eher indirekt mit der Bildwirkerei, aber sehr direkt mit mir zu tun haben, möchte ich zumindest diesen Beiträge doch noch mit euch teilen.

 

Und auch gleich den Faden weiterspinnen: Am 6.09. 2020 findet im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals ein Lesetag statt, der um 8:00 Uhr beginnt und um 22:00 Uhr endet. Dazu seid ihr alle eingeladen.

_________________

Die IDEE:

Ort.
Die Auswahl des Leseortes steht Ihnen frei – es kann in der U- oder S-Bahn, vor der eigenen Haustür, im Nachbarschaftsverein oder Kiezbuchladen, im Lieblingscafé oder im Späti Ihres Vertrauens, in einer Galerie oder auf öffentlichen Plätzen, im Schwimmbad oder im Park gelesen werden. Wenn Sie gerne in einer unserer Partnerbibliotheken, einer Buchhandlungen oder literarischen Institutionen lesen würden, vermitteln wir gerne den Kontakt.

Dauer.
Eine Lesung sollte nicht länger als 30 Minuten dauern.

Sprache.
Es kann in jeder Sprache gelesen werden. Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung an, welche Texte in welcher Sprache gelesen werden.

Anmeldung.
Bitte melden Sie Ihre Lesung bis spätestens 30. August 2020 hier an:

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MEIN BEITRAG

Ich habe mir ein Buch ausgesucht, auf das ich SEHR gespannt bin: Han Kang »Die Vegetarierin« (Original: »The Vegetarian«).

https://www.perlentaucher.de/buch/han-kang/die-vegetarierin.html

Und werde am 6.09 zu Beginn einer jeden Stunde an einem anderen Ort 10 Minuten aus diesem Buch lesen.

START und ENDE auf alle Fälle am KMH-Mobil vor der KMH-Halle, Hanns-Eisler-Strasse 93, Ecke Kniproder-Strasse.

 

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berlin _ 374 _ offenes atelier in der kmh

4 Monate und einen Tag…

….hat es diesmal gedauert, bis der Teppich eine Höhe erreicht hat, die das Weiterweben extrem unbequem macht und erklärt, warum manche Dinge besser auf einem Webstuhl und nicht auf einem Webrahmen gewebt werden.

Wenn der Horizont außer Reichweite geraten ist, kommt der erste bedeutende Augenblick im Leben einer Bildwirkerei: sie muss auf den Warenbaum aufgerollt und neue Kette vom Kettbaum gelöst werden, damit sie weiter wachsen kann. Dann ist es so, als ob die Spannung, die die Fäden der Kette verlieren auf einen selbst überspringt.

Und man bekommt einen ersten Eindruck davon, wie sich das Gewebe verhalten wird, wenn es ganz aus dem Webstuhl genommen werden kann.

Sorgfalt und Ruhe sind hilfreich dabei den Teppich wieder in Arbeitsposition zu bringen. Wenn alles gut geht, sich nichts verschiebt, verzieht oder vorzeitig löst, dann ist es mit relativ wenigen Handgriffen getan. Es reicht, den richtigen Sitz des Entwurfes zu überprüfen, die Abstände einzurichten….

….. und für die gleichmäßige Spannung der Kette zu sorgen. Schon toll, mein Telemach. Jedes Mal verliebe ich mich aufs Neue in ihn. Er macht mir diese heiklen Momente so einfach.

Auch in mir verschiebt sich mit jedem dieser Schritte die innere Landschaft. Die vielen Stunden Arbeit aus dem Blick zu verlieren und doch zu wissen, dass sie weiterhin dort sind und das Kommende tragen, hat für mich seit meinem ersten Teppich vor über 30 Jahren eine ganz besondere Kraft.

Jetzt gibt es erst einmal wieder Freiraum für drei weitere Monate intensiver Wirkerei.

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berlin _ 373 _ offenes atelier in der KMH

Ja, es ist nicht mehr nur aktiv, das atelier, wie es die ganze Zeit der Corona-bedingten Schließung der Halle war.  Es ist wieder offen. Anfang Juli hat die KMH  ihre Türen wieder geöffnet. Somit ist auch das atelier aus seinem aktiv-Modus wieder in den offenen Modus übergegangen. Ihr könnt also gerne jederzeit vorbei kommen und euch die Arbeit am Webstuhl ansehen, mit hoher Wahrscheinlichkeit und etwas Glück werdet ihr mich auch am Webstuhl vorfinden. Zumindest werde ich mich darum bemühen, den größten Teil meiner Zeit dort zu verbringen.

Mein Ziel: die Bildwirkerei bis Ende des Jahres fertigzustellen. Gerne möchte ich euch jetzt schon zum Abnahmefest einladen. In den Werkstätten und Manufakturen war und ist es Tradition, bei jeder Abnahme einer Arbeit ein großes Fest zu feiern. Die vielen Tausend Stunden Lebenszeit, die in jedem Stück eingewebt sind, verselbständigen sich mit der Abnahme der Arbeit und im besten Fall der Fälle gehen sie auf Reisen, erobern die Welt und erzählen ihre Geschichte, die offensichtliche und die verborgene, über Zeit, über Langsamkeit, über Zusammenhalt all denen, die mit Aug und Ohr und Seele offen sind für solche Geschichten.

Es wird nicht einfach sein in dem Gewusel der KMH die Ruhe zu finden, aber ich hoffe, dass der geheime Kalender, der mich antreibt, mächtig genug ist, nach außen zu wirken. Denn neben all dem, was mich im berliner Alltag beschäftigt, ist die Idee des KUKU-mobils nicht verloren gegangen, sondern klarer als je zuvor.

Sie drängt nach vorne wie ein ungeduldiges Fohlen, das den Frühling wittert und die Unendlichkeit der Welt.

Nun denn, ein Drittel der Arbeit ist getan.

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berlin _ 696 _ aktives atelier in der KMH

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Wenn man über das Weben das Essen vergisst, dann kommt die Natur zum Zuge. Immer schön.

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berlin _ 694 _ aktives atelier in der kmh

Etwas über drei Monate sind es, die ich inzwischen im Offenen Atelier der KMH arbeite, das ich, während die Halle noch auf ihre Wiedereröffnung wartet, in eine Aktives Atelier umgetauft habe.

Während sich die Welt mehr oder weniger langsam von der Erschütterung der Corona-Pandemie zu erholen versucht und bemüht ist, sich in etwas, das man Normalität nennen kann, zurückzufinden, oder besser gesagt, eine neue Normalität zu definieren,  in Berlin aber auf jeden Fall der Normalzustand fast wieder erreicht ist, lebe und genieße ich (um den positiven Akzent gleich zu Beginn zu setzen, bevor Zweifel aufkommen) in der Halle nach wie vor eine absolute Ausnahmesituation.

Zeit, das kostbarste aller meiner Güter, ist nach wie vor ohne allzu großen Kampfeinsatz verfügbar. Alle Energie kann daher direkt in die Wirkerei fließen.

Dieses Wochenende war eine intensive Erfahrung.

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Unter anderem auch, weil ich gerade an einem Punkt angekommen bin, an dem ich mir und dem Webstuhl samt Teppich theoretisch einen Umzug zumuten könnte.

Ach, wäre doch das KUKUmobil schon fertig. Liebend gerne würde ich jetzt die Leichtigkeit in Anspruch nehmen, die eine mobile Werkstatt mit sich bringt und mich mit dem Webstuhl mitten in die Natur stellen.

Irgendwo an einen See, einen Wald, weben von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang.

Während ich davon träume und die Fäden tanzen lasse, füllt diese wunderbare Stimme meine Seele.

 

„Give your love, live your life, each and every day.

Keep your hand wide open, let the sunshine trough.

’cause you can never loose a thing if it belongs to you.“

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berlin _ 691 _ aktives atelier in der KMH

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berlin _ 690 _ aktives atelier in der KMH

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Schwerelos.

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Dafür schlägt mein Herz gerade: #ExpeditionGrundeinkommen. 

Da die Unterschriften diesmal NUR analog gesammelt werden, haben wir an der #KMH einen #Unterschriftentisch aufgestellt. Er steht jeden Tag draußen, von Sonnenauf- bis -untergang (fast 🙂 ). Denn in der KulturMarktHalle sind wir überzeugt davon, dass jeder Mensch ein Recht auf finanzielle Grundabsicherung hat. Und als ehrenamtlicher Verein wissen wir aus unserem Alltag, wie viele wunderbare Dinge wunderbare Menschen tun aus einem inneren Bedürfnis heraus. Ohne Geld als Motivation. Das wollen wir allen Menschen ermöglichen. Dafür stehen wir.

http://www.kulturmarkthalle-berlin.de

www:expedition-grundeinkommen.de/berlin/

 

 

 

 

 

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berlin _ 688 _ aktives atelier in der KMH

Naja, es hätte mehr sein können, aber es hat. Mag es sein, dass es BildWIRKERINNEN nie genug ist mit dem, was sie tun? Dass sie das Gefühl haben, es hätte immer noch mehr sein können oder sollen? Dass selbst für sie Geduld immer wieder eine Herausforderung ist, die der Übung bedarf?

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Ich freue mich auf alle Fälle auf das kommende lange Wochenende und auf den Fischkopf, mit dem ich mich intensiv auseinandersetzen werde.

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berlin _ 687 _ fundstücke

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