unterwegs _ 779 _ Oberlausitz II

Textildorf. Textilhandwerk. Textilkunst. Darum bin ich hier, in der Peripherie, die ich so sehr liebe, in einer kleinen großen Stadt. Klein an Umfang, groß an Vergangenheit, wenn man an den Fäden zieht.

Großschönau kann davon berichten, wie sich der Sektor der Textilindustrie verändert hat, wie die Wende, aber auch die Entwicklung des Marktes gerade solche Regionen wie diese, die mit der Textilproduktion eng verwoben waren, mitgenommen hat.

Auch da klingt bei mir einiges an. Auch Wuppertal hat eine kleine Textilgeschichte und kennt den Überlebenskampf. Mein erster eigener Unterschlupf außerhalb der elterlichen Wohnung, etwas anderes kann man nicht dazu sagen, war eine leerstehende Bandweberei, mit großen Fenstern, hoher Decke und Spulen mit Goldgarn auf dem Dachboden.

Da wo Wuppertal das Bandwebermuseum hat und Bramsche das Tuchmachermuseum, hat Großschönau das Deutsche Damast- und Frottiermuseum.

Ein wahrer Schatz ist hinter diesen Türen verborgen. Faszinierende Hand-Webstühle mit einer Komplexität, die einem das Staunen ins Gesicht bringt. Selbst wenn man wenig weiss über dieses Handwerk, sind alleine die Objekte als solche von einer überzeugenden Ästhetik.

Schwärmt da gerade das Weberinnenherz? Mag sein. Und auch hier: Alle wissen wir, und sollten beim Bestaunen der Zeugnisse aus der Vergangenheit nicht vergessen, wie damals die Bedingungen waren (und je nachdem an welchem Ort auf diesem Globus man sich befindet, immer noch sind) unter denen die Menschen in der Textilproduktion gearbeitet haben.

Alle Info findet ihr auf der Website des Museums, daher unterlasse ich es hier jetzt ausführlicher darüber zu berichten. Ein Besuch vor Ort ist eh immer das Beste, und in der Weberei kennen sich viele wesentlich besser aus, als ich als Bildwirkerin.

Aber hier ein kleiner Blick hinter die Tür, denn das habe ich gerade noch geschafft am zweiten Tag, dank Steffi, die die Sonderöffnungszeit für uns netterweise möglich gemacht und uns durch die Räume geführt hat:

Die Handwebstühle:

Die Industriewebstühle

DER DAMAST

Soweit die Geschichte. Dazu kommt noch ein Textillehrpfad, der BesucherInnen durch das ganze Dorf führt und an Orten, die es noch gibt, und anderen, die schon längst verschwunden sind, die Vergangenheit bewahrt und die Grundlage bildet für eine mögliche Zukunft.

Dieser Beitrag wurde unter arte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu unterwegs _ 779 _ Oberlausitz II

  1. Pingback: unterwegs _ 777 _ Oberlausitz _ I | andrea_milde

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s