berlin _ 738 _ die abnahme

Soo, jetzt sind schon wieder drei Tage vergangen, und ich habe die Zeit und Muße nicht gefunden, von diesem so besonderen Tag zu berichten.

Um ganz ehrlich zu sein, fehlen mir die richtigen Worte, um all das zu beschreiben, was mich in den vergangenen Tagen bewegt hat.

Angefangen hat es damit, dass dieser Termin, der 4.07.2021, der dritte Versuch war, den Bildteppich fertig zu stellen und seine Abnahme zu feiern. Aller guten Dinge sind drei, so sagt man….. Also bewegte sich alles im Rahmen einer gewissen Normalität. Aber mit ist in den vergangenen Wochen immer deutlicher geworden, dass „die Zeit gekommen war“. Es war überfällig, so sagt man wohl. Niemand hätte diesem Gefühl je in Worten Ausdruck gegeben und doch hing es in der Luft.

Künstlerische Energie ist unbändig und unberechenbar, manchmal scheu, manchmal flüchtig, manchmal auch dicht und schwer, manchmal übermächtig und laut, manchmal zart und leise. Und nicht immer ist es einfach, sie für solch einen langen Zeitraum zu binden.

Nun ist es geschafft, wenn auch knapp. In der Woche vor der Abnahme habe ich die Nächte zu Tagen gemacht und mir sehnlichst gewünscht, sie hätten mindestens 36 Stunden.

Das ist vorbei. Wie bei einer Geburt bleibt der Schmerz als Nachhall im Gedächtnis und hilft, den Moment dort zu verankern. In den Armen bleibt die Wärme und Weichheit des neuen Wesens. So weit ist die Weberei vom Leben nicht entfernt.

Der Tag wird mir ein wichtiger Teil meiner Erinnerung sein, das Glück ist groß und auch die Zufriedenheit mit dem Werk. Wunsch und Wirklichkeit sind sich sehr nah gekommen.

DANKE, noch einmal an alle Menschen, die dazu beigetragen haben, im Kleinen oder im Großen, vor Ort oder im Geiste. Es war ein wunderbares Geschenk, diesen Moment mit euch teilen zu können und euch zu spüren.

Jetzt bin ich meines Lebensmittelpunktes der vergangenen 16 Monate verlustig gegangen. Ich schwebe gerade zwischen den Welten, versuche mich neu zu verorten, herauszufinden, wo er in den kommenden Monaten liegen wird.

Es ist ein seltsames Gefühl, wenn auch bekannt aus der Vergangenheit, und im Vertrauen auf die Zukunft, die das neue Projekt schon bereithält, kein erschreckendes, sondern eher ein willkommenes Gefühl in all seiner Seltsamkeit. Es wird mich tragen.

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