410 _ zwischen den welten

Vor ein paar Tagen hat eine Bekannte auf meiner Facebookseite _ja, ich bin immer noch dort, und in solchen Momenten bin ich froh darüber_ einen Link mit mir geteilt.

Neugierig bin ich dem verführerischen Fadenende gefolgt. Wen wundert es: „The Woven Sounds“ würde jeden Weber, jede Weberin aus der Reserve locken.

Dabei bin ich auf ein spannendes Projekt gestoßen: Roots Revival, ein internationales Kultur-Projekt, das professionelle Musiker:innen aus vielen Ländern zusammenbringt, in dem Bemühen, die verschiedenen Stile, Traditionen und Instrumente, die kennzeichnend sind für jede geographische Gegend, aus denen sie kommen, miteinander zu verbinden und so eine Brücke zu schlagen zwischen den Kulturen .

Das Konzept für dieses Projekt entwickelte Mehdi Aminian.

Schaut gerne mal auf die Seite und lasst euch inspirieren.

Die Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Das ist ein wichtiges Thema und sollte viel mehr Aufmerksamkeit erhalten, denn so Vieles geht uns verloren in einer Unbedachtsamkeit, Unaufmerksamkeit und ich denke auch Überheblichkeit. Jahrhunderte wurden Techniken entwickelt, verfeinert, vertieft und verbreitet. Millionen von Menschen haben Hundertmillionen von Stunden ihrer Lebenszeit damit verbracht, teils mit Leidenschaft und Liebe, teils mit Leid und Entbehrung. Immer aber mit einer Wahrhaftigkeit des lebendigen Seins.

Gerade jetzt, wo wir uns zusehends Gedanken machen über die Bedeutung und Wichtigkeit der Spiritualität für uns Menschen, der Hinwendung zu einer sinnlich nicht fassbaren und rational nicht erklärbaren Wirklichkeit, die der materiellen Welt zugrunde liegt, sollten wir auch die jahrhundertealten Schätze des kollektiven Gedächtnisses, in denen gerade so vieles davon aufbewahrt wird, nicht außer Acht lassen und uns viel mehr darum kümmern.

Gesänge als Mittel zur Vorgabe gemeinschaftlicher Rhythmen, vor allem beim Arbeiten, ist sicherlich nichts Neues. Es gab sie in allen Kulturkreisen und in den unterschiedlichsten Aufgabenbereichen. Aber ihr versteht sicherlich, dass mich der Gesang der Web- bzw, der Knüpfmuster schon auf eine besondere Art berührt.

Auch wenn ich webe und nicht knüpfe, auch wenn ich normalerweise alleine arbeite und nicht gemeinsam mit anderen, auch wenn ich nicht in Wiederholungen konzipiere sondern in Einmaligkeiten, kann ich Mehdi Aminian nur dankbar sein dafür, dass er diese kleinen Schätze so liebevoll bewahrt hat.

Hier also die vier Videos, die im Rahmen dieses Projekts unter dem Titel „The woven Sounds“ entstanden sind.

This is a demo of a documentary made by Mehdi Aminian on the Singing Cultures of Carpet Weavers Iran.
„The Woven Sounds“ project aims at documenting the intangible cultural heritage, the singing style, music styles around the process of carpet weaving in Iran. It focuses, in particular, on Naqshe Khani, a process in which someone with a loud and clear voice recites or sings the patterns from a map or memory to her/his co-weavers.
Evidence suggests that this highly endangered genre had been a widespread tradition in Iran for many centuries. So far, there are little to no studies or presentations on this topic and this documentary movie is the first visual material that testimonies this vanishing culture.
„The Woven Sounds“ is a research project at the Austrian Academy of Sciences (OEAW) within the Commission Vanishing Languages and Cultural Heritage (VLACH) in collaboration with Roots Revival.

This ongoing project is carried out by Mehdi Aminian and his team: Director/Camera/Transcription/Edit: Mehdi Aminian. Interview: Mehdi Aminian, Mahsa Vafaei. Sound: Mehdi Aminian, Ioana Nechiti, Mahsa Vafaei. Assistants: Ioana Nechiti. Mahsa Vafaei. Project Supervisor: Prof. Thede Kahl. Winter & Spring 2018

Yar gal ay gal – Come, oh beloved, come

This is an example of singing culture of Qashqai nomads in Iran during the process of Kilim and Carpet weaving. „The Woven Sounds“ project by Mehdi Aminian aims at documenting the intangible cultural heritage, the singing style, music styles around the process of carpet weaving in Iran. „The Woven Sounds“ is a research project at the Austrian Academy of Sciences (OEAW) within the Commission Vanishing Languages and Cultural Heritage (VLACH) in collaboration with Roots Revival. This ongoing project is carried out by Mehdi Aminian and his team: Director/Camera/Transcription/Edit:
Mehdi Aminian/ Interview: Mehdi Aminian, Mitra Harandi, Mina Harandi. / Sound: Mehdi Aminian, Mitra Harandi, Mina Harandi. Assistants: Mitra Harandi, Mina Harandi. Dec 2018 – Jan 2019

This part of the demo is about „Naqshe Khani (Pattern Singing) the term Mehdi Aminian gave to this Vanishing Genre. Naqshe Khani (Patterns Singing) is a mechanism of singing the patterns of the carpet to the other co-weavers. This highly endangered cultural heritage has been a wide spread tradition in Iran, having its own complex lexical and diverse musical structure depending on the region it is being carried out.
To this date, no documents, studies or presentations on this topic could be found and the upcoming documentary is the first attempt to document this rapidly vanishing intangible heritage.
Mehdi Aminian is creating a documentary on this topic based on his research materials gathered in different regions in Iran in the past year. He is also writing his PhD on this topic at the University of Vienna. „The Woven Sounds“ is a research project at the Austrian Academy of Sciences (OEAW) within the Commission Vanishing Languages and Cultural Heritage (VLACH) in collaboration with Roots Revival.

„I weave the dense Kashi carpet
Even if my fingers bleed
Despite this, I am a weaver, a weaver
If I stay home I will remain blanket-less
I am always blanket-less“

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