berlin _ 616 _ offenes atelier in der kmh

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ENDLICH!! Endlich ist es soweit. Viel zu lange hat es schon gedauert, hat sich alles Mögliche und einiges an Unmöglichem dazwischen gedrängt und ich habe es zugelassen. Manchmal unaufmerksam, manchmal überrumpelt, manchmal zu zuversichtlich, dass die Kräfte ausreichen würden. Oft zweifelnd, ob die Entscheidung, die ich im Frühsommer getroffen hatte wirklich die richtige war, bzw. noch immer die richtige ist.

Nicht, weil ich das Bedürfnis hätte, etwas vor zu neugierigen Augen schützen zu müssen. Eigentlich ist das Gegenteil der Fall: ich zeige gerne, ich teile gerne, ich erkläre gerne und mich macht nichts glücklicher als zu spüren, dass ich jemandem meine kleine sehr eigene und vielleicht etwas verschrobene Welt der Bildweberei etwas verständlicher gemacht habe.

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Aber bisher sind alle meine Arbeiten in der Abgeschiedenheit eines Ateliers entstanden. Nicht, weil ich an einem Elfenbeinturmsyndrom leide, sondern weil die Weberei an sich ein sehr einsames Arbeiten bedeutet.

Es gab immer einem geschützten Raum. Der konnte mehr oder weniger groß sein, das war nicht das Entscheidende daran. Wichtig war, dass ich alleine für die Energie verantwortlich war, die in diesem Raum herrschte. Alles war von ihr imprägniert und die Sicherheit, die ich dadurch spürte gab mir gleichzeitig den Mut und die Kraft mich ganz alleine auf diesen Weg zu machen, und bis zum Ende durchzuhalten

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In der KMH wird es anders sein. Viele unterschiedliche Energien fliessen dort zusammen, und sie tun dies mal im Einklang, mal im Widerstreit, mal kleine Strudel bildend, mal sanft wogend. Jeden Tag wird dieses Kräftefeld anders sein und ich werde nur in einem sehr geringen Masse Einfluss darauf haben können, auch wenn ich mir genau das Gegenteil wünschen würde, nämlich dass die am Webstuhl herrschende Ruhe und Konzentration in der Halle zu spüren ist und sich positiv auswirkt.

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Das ist eine große Herausforderung und ich bin selbst sehr gespannt darauf, wie es sich anfühlen und ob es überhaupt funktionieren wird.

HEUTE habe ich nach diesem langen Geplänkel auf alle Fälle erst einmal Butter bei die Fische gemacht. Nichts ist für ewig, aber das ist erst mal für ’ne kleine Weile. Es hat sich leicht angefühlt und richtig, dass gerade dieser Entwurf sich unter solchen Bedingungen materialisiert.

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Also werde ich erst einmal alle Zweifel beiseite schieben und hoffen, dass die Welt, das Schiksal und das neue Jahr mir wohlwollend begegnen und mir die Arbeit gut von der Hand geht.

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Wie schon bei meinem letzten Werk werde ich den Entstehungsprozess festhalten und hier ab und zu einiges dazu erzählen. Aber natürlich seid ihr auch herzlich eingeladen in der KulturMarktHalle vorbei zu schauen. Ich würde mich freuen.

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DANKE, Rosa, für die Begleitung. Fast alle Stufen des Entstehungsprozesses haben wir in den letzten Jahren miteinander geteilt, nur die fehlte noch. Und DANKE auch für die Fotos.

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