bernau _ 597 _ tinywerkstatt

Vier Tage habe ich in der Tinywerkstatt gearbeitet, zwei Nächte dort geschlafen. Da das endgültige Format und das Aussehen des KUKUmobils noch genauer zu definieren ist, sind solche Probeläufe ein Geschenk des Lebens. Daher bin ich der KulturMarktHalle dankbar, mir das KMHCafé für dieses Experiment geliehen zu haben.

Bauwagen vs. Selbstbau

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Meine erstes Nachdenken über das KUKUmobil, noch in Spanien, kreisten um einen umgebauten Bauwagen. Es schien mir leichter, auf ein bestehendes Format zurückzugreifen. Die Tinyhouse-Welle hatte mich in Spanien noch gar nicht erreicht, noch nicht mal am dicken Zeh geleckt. Das kam erst mit meiner Ankunft in Berlin, und auch da erst nach einigen Monaten, während derer ich die Straßen Berlins, noch in der alten Idee gefangen, nach Bauwagen abgesucht hatte und sogar bei einem der großen Bauwagen-Hersteller einen Kostenvoranschlag angefragt hatte (übrigens belief der sich auf ca. 18.000 Euro für einen einachsigen 5 m langen Schnellläufer mit einem großen Fenster und zusätzlicher Isolierung).

004Mein erstes KUKUmobil-Modell in der Ausstellung in der Galerie Bernau

Inzwischen weiß ich, dass ein Tinyhouse wahrscheinlich teurer sein wird, bin aber auch davon überzeugt, dass der ganze Prozess des gemeinschaftlichen Entwerfens und Bauens dem ganzen Projekt nicht nur ein passendes Gehäuse liefern wird, sondern auch eine  positive kollektive Energie und ein starkes Netz an Menschen, die dieses Projekt in ihrem Herzen und ihren Gedanken mittragen.

Außerdem weckt ein Tinyhouse in seiner einzigartigen Architektur und Ästhetik eine ganz andere Neugier bei den Passant*innen und fügt sich sinnvoll ein in all die Gedanken, die wir uns über Altes und Neues, über das Bewahren und das Neudenken, über Mobilität und Stabilität, über öffentliche und private Räume mache (sollten) angesichts all der Herausforderungen und Chancen, die die Zukunft uns bringen wird.

Sehen und gesehen werden

P1360604von innen nach außen
014von außen nach innen

Natürlich wird eine der großen Herausforderungen bei der Formgebung des KUKUmobils darin bestehen, wie die Funktionalität (z.Bsp. Isolierung, etc.) mit meinem großen Verlangen nach Sichtbarkeit zusammengebracht und umgesetzt werden kann. Das KMHCafé ist als Kulturbühne und Café konzipiert worden und die Öffnung des Raumes stand dabei im Vordergrund. Eine wesentlich geringere Rolle, oder gar keine, spielte die Möglichkeit des permanenten Verweilens/Arbeitens oder gar Wohnens.

Rein optisch haben die Stegplatten der Längswände mit ihrer vertikalen Struktur eine große Vertrautheit bei mir ausgelöst. Wenige Materialien können, denke ich, die Wahrnehmung der Welt einer Weberin, die Monate vor den senkrecht verlaufenden Fäden der Kette verbringen kann, so gut nachvollziehbar darstellen.

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Allerdings ist mir bei diesem Experiment auch bewusst geworden, dass die Exponiertheit, die diese Konstruktion mit sich bringt, auf die Dauer eine große Herausforderung sein kann. Den Blicken preisgegeben zu sein, bis zu einem gewissen Grad ungeschützt oder doch dem ausgesetzt, was im öffentlichen Raum, mit dem sich jeder oder niemand identifizieren kann, geschieht oder geschehen kann, bedarf zumindest einer bewussten inneren Einstellung, wenn nicht sogar eines gewissen Trainings, um auch achtsam für konfliktive Situationen zu sein.

 

Zwei Dinge gleichzeitig tun

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Ich habe sie genossen, die vielen Gespräche, die sich im Laufe der vier Tage ergeben haben. Und auch die kleinen Einweisungen in die Kunst der Bildwirkerei. Aber natürlich ist aus dieser Erfahrung auch die Frage danach entstanden, wie ich bei dem späteren Projekt, bei dem ja neben allem anderen AUCH ein Bildteppich entstehen soll, mit der öffentlichen, der privaten und der künstlerischen Zeit umgehen kann/soll/muss.

191119_KuKuMobil_Bernau_0211Foto: Alena Schmick

Viele Fragen in nur 4 Tagen. Aber wie gesagt, ich bin dankbar, dass sie in einem vertrauten, wohlgesinnten Rahmen auftauchen, der Zeit gibt zum Finden von Lösungen auf den ganz unterschiedlichen Ebenen, auf denen ihnen zu begegnen ist.

Spannend. Motivierend. Ich bleib dran. Werde euch auf dem Laufenden halten.

 

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