berlin _ 212 _ Europäische Tage des Kunsthandwerks

(de) Dieses Wochenende finden in Berlin die Europäischen Tage des Kunsthandwerks statt, an denen sich derzeit 18 europäische Länder beteiligen.  Von der Handeskammer Berlin wurden zu diesem Anlass auf einer Website die 151 Orte zusammengefasst, die dieses Jahr in Berlin daran teilnehmen. Eine gute Gelegenheit, sich einen ungefähren Überblick zu verschaffen (denn es sich sicherlich nicht alle Werk- und Verkaufsstätten vertreten, an denen KunsthandwerkerInnen arbeiten) und einige Werkstätten und vor allen Dingen die Menschen kennenzulernen, die ihrer Kreativität, ihrer Erfahrung, ihrer Fertigkeit und ihrem Wissen Ausdruck geben in den Objekten, die sie herstellen. Und das, obwohl sicher nicht wenige von ihnen ein lautes Klagelied anstimmen könnten, darüber wie schwer es heutzutage ist, eben davon zu leben: von der Lebenszeit, die sie investiert haben in der Aneignung  einer Technik, in der Übung der Fertigkeiten, in der Suche nach Erneuerung und Bewahrung des Althergenbrachten, nach Konzepten und Inhalten…..

(es) Este fin de semana se celebra en Berlin el Día Europeo de la Artesanía. En una página web de la Cámara de Comercio de Berlin se recopilan los 151 lugares que se registraron este año como participantes en este evento. Una buena oportunidad para hacerse una idea aproximada de los lugares existentes en los que producen y venden artesanas y artesanos sus trabajos (no creo que sea una lista completa, pero quizá representativa), pero sobre todo una magnífica ocasión para conocer la gente que dedica su tiempo, su creatividad, su conocimiento y habilidad a a creación de estos objetos. Y eso a pesar de que unos cuantos de ellas podría entonar una elegía sobre lo difícil que resulta en los tiempos que corren vivir de ello: del tiempo de vida invertido en el aprendizaje de una técnica, el ejercicio y perfeccionamiento de sus habilidades, la búsqueda de innovación y la salvaguardia de saberes ancestrales, de conceptos y contenidos….

 

Für mich war es eine gute Gelegenheit einen Ort aufzusuchen, der schon seit einger Zeit auf meiner „To-Do-Liste“ stand. Und es hat mich gefreut zu sehen, dass Christina Utsch mit ihrem Atelier für Paramentik zu den Teilnehmern an den Europäischen Kunsthandwerktagen zählt.

Die Werkstatt auf dem Gelände des Paul Gerhardt Stift zu Berlin zu finden, kam einer kleinen Schnitzeljagd gleich, aber Fau Utsch hatte gut vorgesorgt.

Para mi era una excelente ocasión para visitar un lugar que desde hace tiempo forma parte de mi lista de „Qué-Hacer“. Me llevé una alegría al ver que Christina Utsch con su Taller de Paramentos litúrgicos“ figuraba entre los participantes.

Encontrar el taller en el conjunto de edificios del Paul Gerhardt Stift zu Berlin tuvo un aire de yincana, pero Christina Utsch había hecho todo lo posible, para que todos encontrasemos el camino al taller sin perdernos.

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Die Paramentstickerei und -weberei ist eine der Schwestern in der grossen Familie der Textilgestaltung, die sich an die Besonderheiten einer ganz konkreten Klientel angepasst hat, die auch die Bildwirkerei in der Vergangeheit nicht selten bedient hat: die Kirche, bzw. religiöse Gemeinschaften, die ihre Räume mit textilen Objekten schmücken wollen.

Die unterschiedlichen Techniken, die das Atelier anbietet, umfassen die Stickerei, den Textildruck, die Bildweberei, und die Jaquardweberei. Die beiden letzteren Techniken wurden den Besuchern der Werkstatt gestern im Rahmen der Europäischen Kunsthandwerkstage vorgeführt und erklärt.

La disciplina del bordado y/e tejido de paramentos litúrgicos y vestimenta sacerdotal es una de las muchas hermanas que forman parte de la familia de artes y oficios textiles, dando respuesta a las necesidades específicas de una clientela muy concreta: la iglesia, es decir las comunidades religiosas que quieren revestir  sus lugares de culto con objetos textiles.

Las diferentes técnicas que ofrece el taller para la realización de paramentos abarcan desde el bordado y la impresión textil, hasta el tejido manual en telar de alto lizo y el tejido de telas en telar de jacquard. Estas dos ultimas disciplinas son las que se mostraron y explicaron ayer a los visitantes del lugar.

El telar de jacquard // Der Jaquardwebstuhl

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Ein wunderschöner Jaquardwebstuhl nimmt einen bedeutenden Teil der hellen und einladenden  Werkstatt, voller aus Holz gefertigter Webrahmen, -stühle und Zubehör ein. Da kann es jemandem wie mir richtig in den Fingern jucken. Ich hab sie auch nicht still halten können, hab „zig“ Fotos gemacht, von dem Webstuhl, den ich allein als Objekt unglaublich attraktiv finde, und von Christina Utsch während der kleinen Vorführung.

Un magnífico telar de jacquard ocupa gran parte del taller, acompañado de marcos, bastidores, telares y demás enseres de madera que me hacían sentirme en seguida como en casa. Es más, me resultó casi imposible mantener los dedos quietos. Quizá por ello no he parado de disparar la cámara. Pero ver un telar de jacquard, y además en funcionamiento, siempre es un placer de alto valor estético.

 

 

Christina Utsch beim Erklären der Funktionsweise des Jacquardwebstuhls.
Christina Utsch explicando el funcionamiento del telar de jacquard.

 

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Muster_Lochkarten entwerfen, schlagen lassen oder selbst schlagen, den Webstuhl einrichten……. schon allein all diese unerlässlichen Arbeitsschritte nehmen Zeit und Können in Anspruch…… da hat das Weben noch gar nicht begonnen……

Die Bildweberei am Hochwebstuhl // El trabajo en el telar de alto lizo

So fremd, wenn auch verständlich in seiner Funktionsweise und seinem Aufbau mir der Jacquardwebstuhl ist, so vertraut ist mir natürlich die Arbeit am Hochwebstuhl. Und wieder einmal ist es schön zu sehen, wie vielseitig verwendbar ein und dieselbe Technik ist, und wie unterschiedlich das Ergebnis.

Tan ajeno que me resulta el trabajo en el telar de jacquard, aunque pueda entender su estructura y funcionamiento, tan familiar me resulta, por supuesto el trabajo en el telar de alto lizo. Una vez mas me encanta ver lo polifacético de la técnica del tejer y lo variado de los resultados que se obtienen.

015Christina Utsch durante la demostración en el telar de alto lizo.
Christina Utsch während der Vorfühung am Hochwebstuhl.

 

Wer mehr über die Arbeit von Christina Utsch wissen möchte, und das Angebot des Atelier für Paramentik, der sollte einen Blick auf die Homepage werfen.

Quien quiere saber más acerca del trabajo de Christina Utsch y los servicios que ofrece el Taller de Paramentos, tiene toda la información disponible en la página web.

Ich danke Christina für die Erlaubnis zum Fotografieren. Das ist immer ein heikles Thema, dessen bin ich mir bewusst.  Und das Gespräch, das wir gestern führen konnten, war ausgesprochen anregend. Es gab viel zu lernen für mich, über diesen spezifischen Bereich der textilen Gestaltung von Räumen, und über Berlin. Es war schön unsere Erfahrungen auszutauschen und auch interessant, gemeinsame Forderungen zu formulieren.

Natürlich sind solche Kunsthandwerkstage eine wunderbare Initiative, die schon einen Schritt weiter geht als das „besser als gar nichts“.  Aber angesichts des Drucks, dem das Kunsthandwerk und alle die es lebendig erhalten in der aktuellen Gesellschaft, unter dem herrschenden Wirtschaftssystem und dem gängigen Konsumverhalten ausgesetzt sind, find ich es einfach zu wenig. Wenn wir wirklich daran interessiert sind, diese vielen Kulturtechniken die wir im Laufe der Jahrtausende entwickelt und verfeinert haben nicht zu verlieren, und wenn wir nicht warten wollen, bis es zu spät ist um dann erkennen zu müssen, dass wir früher etwas hätten tun müssen und können, dann braucht es andere Wege, ein konsequenteres Einschreiten, eine andere Wertschätzung dessen, was KunstdanhwerkerInnen heute an inmaterielem Beitrag für unsee Gesellschaft leisten. Und das muss seinen Niederschlag finden in einer finanziellen Wertschätzung, die nicht nur ein Überleben, sondern ein zumutbares Leben möglich macht.

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